Feuerwehr Gorsleben

Geschichte der Feuerwehr

Seit der Wiederbelebung 1999 hat sich in der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde vieles verändert. Regelmäßige Versammlungen, Ausbildung der Kameraden/innen, Maßnahmen zur Verschönerung des Ortes u.v.a.m. zeugen davon, dass eine große Gemeinschaft wieder heranwächst, in der z.Z. 42 Aktive und 22 Mitglieder der Ehren - und Altersabteilung vereinigt sind.

Da die Freiwillige Feuerwehr auf eine langjährige Tradition zurückblicken kann, bat der Ortsbrandmeister Dietmar Strickrodt den Ortschronisten sich mit der geschichtlichen Thematik der Wehr zu befassen und einen kulturell - historischen Abend zu gestallten. Dass das Interesse groß war, zeugt von der Beteiligung der Kameraden/innen. Ca. 55 Anwesende folgten am 11.02.2000 den Worten des Ortschronisten in die Jahrhunderte zurück und sahen anschließend einen schwarz/weißen und farbigen Lichtbilderreigen, der sich über die Anfänge der Wehr bis in die heutige Zeit hinzog. Anhand einer abschließenden Ausstellung konnten die Anwesenden die Gründungsurkunde der Freiwilligen Feuerwehr vom 28. Mai 1883, Satzungen von 1883, 1886, 1894 und eine Dienstordnung von 1894 (alle Unterlagen im Original) und diverses Bildmaterial in Augenschein nehmen. Und mancher Vater bzw. Großvater wurde als strammer Floriansjünger vergangener Zeit wieder erkannt. Selbst die Anwesenden staunten, wie schlank, falten- und knitterfrei sie vor Jahrzehnten in ihren schmucken Uniformen aussahen. Die letzten Jahrzehnte haben die meisten Feuerwehrleute und Einwohner miterlebt, die letzten Jahrhunderte kannte nur der Ortschronist.

 

Über 30 größere und kleinere Brände gingen in die Annalen der Gorslebener Geschichte ein. So erlebte der Ort am 5.Mai 1627 - der 30jährige Krieg tobte in unserer Gegend - den größten Brand, als einige Schwadronen vom Pappenheimischen Kürassier - Regiment plündernd und brandschatzend durch das Dorf zogen. Von 98 Häusern brannten 89 ab. Ein weiterer großer Brand ereignete sich am 3. Mai 1662 durch einen verwahrlosten Hufschmied. Insgesamt 51 Häuser wurden ein Raub der Flammen. Teilweise waren die Häuser auf den alten Brandstätten von 1627 errichtet. Weitere registrierte Brände wurden 1775, 1794, 1812 und 1829 vermerkt, wobei u.a. die Malzdarren (1812) und die Ölmühlen (1829) abbrannten. Ein Großbrand am 9. Mai 1832 vernichtete das Mitteldorf. Insgesamt 50 strohgedeckte Häuser und 70 Seitengebäude wurden vernichtet durch die Brandstiftung eines mit den Steuern unzufriedenen Einwohners. Zur Rechenschaft konnte er nicht mehr gezogen werden. Er starb, denn seine Kleidung hatte Feuer gefangen.

 

Im Jahre 1833 brannte es in der Schafgasse 95. Dem dort wohnenden Tischlermeister kochte der Leim über. Weitere fünf angrenzende Häuser wurden ein Raub der Flammen. Bis zur Gründung der Feuerwehr 1883 sind noch weitere neun Brände verzeichnet, wobei die Mahlmühle (1834), der Schieferhofturm (1851), durch Blitzschlag (1865), zwei Häuser und Stallung in der Backsgasse, die Graupenmühle (1865) und die Ölmühle (1867) die größeren Brände waren. Nach der Gründung der Feuerwehr wurden die Brandherde gezielter bekämpft, worauf die Satzungen und Dienstordnung schließen lassen. Als weitere größere Brände wurden verzeichnet: Ein Scheunenbrand (1899) bei Karl Engel. Das Anwesen des Fleischermeisters Richard Gerber brannte 1905 ab.

Durch spielende Kinder kam es 1912 zu einem Brand auf dem Anwesen der Witwe Schmelzer. 1920 brannten in der Pantoffelgasse das Wohnhaus, Scheune und Stall der Witwe Auguste Köhler aus. In der Backsgasse wurde 1922 beim Eier- und Geflügelhändler Marr ein Brand bekämpft und 1925 brannte das Lagerhaus, das mit Tee, Benzin und leicht brennbarem Material gefüllt war, am Überlandwerk aus.

 

Zahlreiche ältere Bürger können sich noch an die Brände vom 11. April 1945 erinnern, als durch Beschuss amerikanischer Flieger die Scheunen von Reinhold Fulsche (heute Willi Pawelski) und Paul Völlger (beide Backsgasse), sowie Robert Lutze (Dorfstraße) abbrannten. Am 24. April 1951 brannte die Scheune von Karl Böttcher (heute Heiko Hildenhagen) in der Krummen Gasse. Dieser Brand weitete sich auf die Scheunen von Paul Stöpel und Hermann Lange aus. Die Brandursache wurde nicht ermittelt.

Weitere größere Brände waren der Scheunenbrand am 7. Juli 1957 durch Blitzschlag bei Hermann Dittmann (heute Dieter Preuß) im Hanfsack, der Wohnhausbrand am 11. November 1990 bei Frau Schneegaß (heute Matthias Renz) im Neuen Weg durch ein Fernsehgerät verursacht und der Scheunenbrand am 14. August 1998 beim Wiedereinrichter Heiko Hildenhagen im ehemaligen Schweinedorfgelände, dessen Ursache bisher nicht aufgeklärt wurde. Und auch im Jahre 2000 ist ein Brand zu verzeichnen, als am 17.01.2000 bei Kurt Kinne (Schafgasse) ein Holzbrand am Schornstein noch rechtzeitig gelöscht und so größerer Schaden verhindert wurde.